
Das Konzept der "Global Labour University" ist der Aufbau eines Netzwerkes aus Gewerkschaftern, Forschern und IAO-Experten mit dem Ziel hochwertige Qualifizierungsprogramme inklusive einjähriger Master-Studiengänge mit den Schwerpunkten „Gewerkschaften“, „Nachhaltige Entwicklung“, „Soziale Gerechtigkeit“, „Internationale Arbeitsrichtlinien“, „Wirtschaftspolitik“ und „Globale Institutionen“ anzubieten und durchzuführen.
Dies stellt einen neuen Ansatz dar, die intellektuelle und strategische Kapazität gewerkschaftlicher Organisationen zu stärken und engere (Arbeits-) Beziehungen zwischen Gewerkschaften, IAO und Wissenschaft zu etablieren. Dadurch wird die gewerkschaftliche Durchsetzungsfähigkeit und Kompetenz gestärkt, um einerseits die Ziele der IAO-Agenda „Decent Work“ voran zu bringen und andererseits Gewerkschaften zu befähigen, sich effizienter im sozialen Dialog zu sozial- und wirtschaftspolitischen Themen wie z.B. Beschäftigung und Soziale Sicherung, sowie bei der Durchsetzung internationaler Arbeitsrichtlinien zu engagieren.
Durch das Programm werden Gewerkschaften darin unterstützt, ihr intellektuelles Profil substantiell zu verbessern. Dies geschieht zum einen durch den Aufbau einer Qualifizierungsschiene für die Entwicklung hochqualifizierter gewerkschaftlicher Führungskräfte, zum anderen durch die Unterstützung der Personalbeschaffung bezüglich jüngeren gewerkschaftlichen Experten-Nachwuchses.
Das globale Netzwerk bietet eine einzigartige Möglichkeit der Forschungs- und Politikentwicklung in einer multikulturellen und multiregionalen Lernumgebung. Der Lehrplan des Pilot-Masterstudienganges wurde in den Jahren 2003/2004 entwickelt und erstmalig in den Jahren 2004/2005 in einem Masterstudiengang in Deutschland erprobt. Für die nächsten Jahre ist geplant, das Konzept der Global Labour University mit Studiengängen an Universitäten in Afrika (Süd Afrika, Beginn 2007), Lateinamerika (Brasilien, Beginn 2008) sowie in Asien und Nord-Amerika weiter zu verbreiten.
Soweit möglich, sind StudentInnen aus allen Regionen weltweit in den Studiengängen repräsentiert. Globale workshops, Konferenzen, Publikationen und Internet Arbeitsgruppen tragen dazu bei, einen wahrhaft globalen Dialog zu ermöglichen und nachhaltige internationale Netzwerke aufzubauen.
Das Thema Geschlechtergerechtigkeit wurde in der Entwicklung des Lehrplans besonders stark berücksichtigt. Eine starke Beteiligung von Frauen in den Studiengängen stellt sicher, dass die Gender-Perspektive ein integrierter Teil der Diskussionsprozesse und der Forschungsaktivitäten ist.
Die Struktur und Arbeitsweise des Global Labour University Netzwerkes basiert auf der Partnerschaft zwischen der IAO, der nationalen und internationalen Gewerkschaftsbewegung, und den beteiligten Universitäten.